Die Guten ins Töpfchen...
Ich habe in meinem täglichen Leben mindestens zwei Menschen, die vorwiegend negativ sprechen.
Und bis heute war das meistens so, dass ich dabei saß und zuhörte und unglücklich war. Im Laufe der Zeit hatte ich schon alle möglichen Reaktionen.
Ich habe versucht, wegzulaufen. Ich habe versucht, sie darauf aufmerksam zu machen, dass es mir nicht gut tut. Ich habe versucht, innerlich meine Ohren zu schließen und an anderes zu denken. Manchmal war ich wütend und beleidigt darüber, dass ich mir so garstige Worte anhören musste, selbst wenn sie nicht auf mich bezogen waren. Doch gleichzeitig wusste ich ganz genau, wenn das in meiner Realität passiert, dann bin ich diejenige, die das verursacht hat. Und ich wusste auch, solange ich erwarte, dass der andere damit aufhört, um mich besser zu fühlen, ist das Problem nicht gelöst.
Also habe ich gestern ganz bewusst angefangen, auf die Worte zu achten, und sie innerlich zu sortieren, so wie ich das von Aschenputtel gelernt habe: Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen (allerdings nicht in mein Kröpfchen!)
Ich bin dagesessen wie immer und habe zugehört, doch diesmal war es für mich ganz anders.
Zum Beispiel bei dem Satz: „Die Menschen sind alle verdorben und verdienen es, ausgerottet zu werden. Hoffentlich kommen die Außerirdischen bald und machen alles platt!“
hatte ich ungefähr solche Gedanken:
„Die Menschen“ - oh, schönes Wort, ich liebe die Menschen! Die Menschen sind wunderbar!
„Verdorben“... nein, danke, brauche ich nicht.
„verdienen es“, oh, ja, es ist schön zu spüren, dass man etwas Gutes verdient, dass man würdig ist!
"Ausgerottet" … hmm, nein, danke, vielleicht wenn es sich um Unkraut handelt, aber ich hab ja eh keinen Garten... wäre es nicht wunderschön, einen eigenen Garten zu haben, auch wenn er noch so klein wäre...
Also, wie geht es weiter? „Hoffentlich“... ach ja, gutes Wort, ich mag es sehr...
„kommen“ - o ja! prima Wort! mit vielen interessanten Anwendungen!
„Die Außerirdischen“ - ja, ja, ja, mag ich sehr, nette Kerle!
„Bald“ - auch gut, hat einen Hauch von Vorfreude und Erwartung in sich!
„Machen“ - gutes Wort, es ist schön, „die Hände im Ton zu haben“, man fühlt sich so lebendig dabei!
„Alles“ - ja, mag ich! Ich will auch immer alles... alles lieben, alles umarmen und... alles ist gut!
„Platt“? - nein, danke, diesmal nicht.
Natürlich ging das alles viel schneller als ich es hier aufschreiben konnte. Es hat aber Riesenspaß gemacht. Und es hat mir über den Steg geholfen. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich nicht mehr unglücklich beim Zuhören. Und ich spüre ganz genau, etwas in mir hat sich verwandelt, diese Erfahrung des Zuhörens ist jetzt für mich auf einem ganz anderen Niveau.



0 Comments:
Post a Comment
<< Home