Das tapfere Schneiderlein und die Freude an der Arbeit
Ich liebe Montage! Sie sind für mich das Zeichen eines neuen Anfangs. Und ich liebe den Oktober, weil er sich so wunderbar darauf versteht, alles in Gold zu verwandeln...
Heute
lerne ich von dem tapferen Schneiderlein. Ich lerne von einem, der
ein königliches Herz und ein königliches Gemüt hat, was sich
letzendlich auch bestätigt, denn mit diesen Worten endet das
Märchen: „Also war und blieb das Schneiderlein sein Lebtag König.“
"An
einem Sommermorgen saß ein Schneiderlein auf seinemTisch
am Fenster,war
guter Dinge und nähte aus Leibeskräften."
Frühmorgens
an die Arbeit gehn und das eigene Handwerk tun, es aus Leibeskräften,
von ganzem Herzen tun und dabei guter Dinge sein. Das ist das
Geheimnis des Glücks. Welch ein Unterschied zu der Bauersfrau, die
zwar auch ihr Handwerk tut, aber in ihrer Unzufriedenheit ärgerlich
und brummig fortgeht, ohne daran zu denken, dass sie eigentlich etwas
von ihrer Ware verkauft hatte und daran verdient hatte. Viel oder
wenig, das ist relativ.
Noch
zwei weitere Beobachtungen, die mir zur Zeit sehr am Herzen liegen, da
ich gerade dabei bin, meine Berufung und mein Handwerk besser zu
verstehen, sowie auch meine Rolle inmitten der Gemeinschaft in der
ich lebe.
Wenn
ein anderer etwas zu verkaufen hat, klingt das dem Schneiderlein
lieblich in den Ohren. Er freut sich darüber. Egal wie viel oder wie
wenig er sich leisten kann, er kauft mit Freuden, und und gönnt der
Verkäuferin ihren Gewinn: »Hier herauf, liebe
Frau, hier wird sie ihre Ware los.«
Er
prüft die Ware und wertschätzt sie und schämt sich nicht dafür,
dass er nur wenig kaufen kann. Warum auch? Er kauft genauso viel wie
viel er sich leisten kann und wie viel er gerade braucht. Das
Zeichen eines ganz gesunden und ausgeglichenen Selbstvertrauens.
»Nun, das Mus soll mir Gott gesegnen, «rief das Schneiderlein,»und soll mir Kraft und Stärke geben«.
Sich dessen erfreuen, was man grade hat, Gott um den Segen zu bitten, im Vertrauen, dass es einem Kraft und Stärke gibt. Kein einziger Gedanke darüber, ob das Mus zuviel Zucker enthält, ob die zerkochten Pflaumen noch irgendeinen Nährwert haben. Keine Zweifel über das was grade da ist. Reinste Lebensfreude, Zufriedenheit und Dankbarkeit.
»Das wird nicht bitter schmecken,« sprach er, »aber erst will ich den Wams fertig machen, eh ich anbeiße.«
Er
muss es nicht tun, denn er ist sein eigener Herr, also selbstständig,
so wie ich, aber er will es so. Und die Vorfreude auf die Belohnung
beflügelt seine Arbeit.
Noch
ein Gedanke zum Kaufen und Verkaufen. Ein königliches Herz sieht
immer den Vorteil, nicht nur für sich selbst, sondern auch für die
anderen. Ein königliches Herz gönnt jedem seinen Erfolg und
beteiligt sich gerne am Kaufen und Verkaufen, am Geben und Empfangen,
weil es weiß, dass alles frei fließen muss.
Kein Wunder, dass er guter Dinge ist. Er lächelt dem Leben zu, so lächelt es zurück.
Kein Wunder, dass er guter Dinge ist. Er lächelt dem Leben zu, so lächelt es zurück.



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